Wiborada von Klingen - eingemauert, ermordet und später heilig gesprochen


Die Wiborada von Klingen war das erste namentlich erwähnte Mitglied des Geschlechts "von Klingen", auf welches das Schloss Altenklingen zurückgeht.

 

 

Lies hier die Geschichte dieser "heiligen Thurgauerin":

das Schloss Altenklingen; vorne links die Wiborada-Kapelle
das Schloss Altenklingen; vorne links die Wiborada-Kapelle

Wiborada wurde Nonne in St. Gallen, und zwar als Inklusin. Das heisst, dass sie Gott gelobt hatte, sich für immer in eine Klosterzelle einmauern zu lassen. - Diese Gelöbnis hatte sie  gehalten, selbst mit dem sicheren Tod vor Augen.

Sie hatte in dieser Zeit oft göttliche Visionen und war eine Ratgeberin, ähnlich wie später Bruder Klaus. Der Name "Wiborada" kommt "von Wiber-Rat".

 

926 sah sie in einer göttlichen Eingebung den Einfall der Ungarn voraus, hielt aber an ihrem Gelübde fest, lebenslang ihre Zelle nicht mehr zu verlassen. Die Ungarn deckten ihre Zelle ab (sie hatte keine Türe) und ermordeten die wehrlose Frau.

 

Wiborada von Klingen wurde später als erste Frau überhaupt heilig gesprochen.


Ungarische Kämpfer töten Wiborada in ihrer Zelle
Ungarische Kämpfer töten Wiborada in ihrer Zelle

Die erste namentlich erwähnte von Klingen war Wiborada von Klingen, eine Inklusin (eine in einer Zelle eingeschlossene Nonne) in St. Gallen.

Sie wurde beim Einfall der Ungarn 926 getötet, konnte aber zuvor aufgrund einer Vision den Abt veranlassen, die berühmte Bibliothek ins Kloster Reichenau in Sicherheit zu bringen.

Hinter dem Schloss Altenklingen steht die Wiborada-Kapelle zum Gedenken an diese selbstlose Frau
Hinter dem Schloss Altenklingen steht die Wiborada-Kapelle zum Gedenken an diese selbstlose Frau


Die Zelle neben der heutigen St. Mangen-Kirche in St. Gallen

Darstellung von Wiboradas Tod von C. Sailer; Stiftsbibliothek St. Gallen
Darstellung von Wiboradas Tod von C. Sailer; Stiftsbibliothek St. Gallen

Wiborada hatte sich in eine Zelle an der Seitenmauer der heutigen Kirche St. Mangen in St. Gallen einmauern lassen, nur mit einem Tisch, einen kleinen Altar, einer Strohmatte und einem Zuber (in dem sie dreimal pro Jahr badete).

Ihre Zelle wies drei kleine Fenster auf: eines in die Kirche mit Sicht auf den Altar, eines im Dach mit Sicht zum Himmel und eines in der Zellenwand, durch das sie mit Besuchern sprechen konnte.

Der Name Wiborada kommt von "Wiber-Rat"; sie hatte oft göttliche Visionen und scheint eine Ratgeberin ähnlich wie später Bruder Klaus gewesen zu sein.



Statue und Gedenktafel an Wiborada vor der Kirche St. Mangen in St. Gallen
Statue und Gedenktafel an Wiborada vor der Kirche St. Mangen in St. Gallen
das Infoblatt über Wiborada, wie es in der Kirche St. Mangen aufliegt
das Infoblatt über Wiborada, wie es in der Kirche St. Mangen aufliegt


Wiborada war denn auch die erste Frau, die vom Papst heilig gesprochen wurde. Sie ist heute die Schutzpatronin der Bücher und Bibliotheken (weil sie die Rettung der Stiftsbibliothek vor den Ungarn veranlasst hatte) und der priesterlichen Haushälterinnen (warum auch immer).

Zellenfenster in der Kirche St. Mangen, durch das Wiborada von ihrer Zelle in den Chor sehen konnte
Zellenfenster in der Kirche St. Mangen, durch das Wiborada von ihrer Zelle in den Chor sehen konnte

Das kleine Fensterchen von der Zelle durch die Kirchenmauer ist heute noch erhalten. Daneben steht die Inschrift:

So die Unger komend, allein Wibrat,

die closnerin bei S. Mangen kirchen

dorst nit auss irem gemach.

Darum si der Ungern warten muost und

von denselben erschlagen ward im 926. jar.

Vadian

 

Wiborada hielt also das Gelübde, ihre Zelle nie mehr zu verlassen, selbst als sie den Überfall der Ungarn vorausgesehen hatte.



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