Hungersnot in der Ostschweiz - "so machten wir uns auf, in Bellinzona Getreide zu kaufen"

"Wie man in Lebensgefahr beten lernt, so lernt man auch in der Hungersnot Brot holen. 

In dem sonst so kornreichen benachbarten Schwabenland war die Ausfuhr streng verboten, weil es dort selbst zu wenig Getreide hatte.


Wir mussten also an Italien denken, wo der Pass offen und ein grosser Vorrat an Korn vorhanden war.

Allerdings war es weit entfernt, und die Wege waren beschwerlich und unwegsam.


Da nun immer mehr Not und Mangel herrschte, machten wir uns auf, in Bellinzona Getreide zu kaufen."

 

Joseph Bornhauser, wohnhaft gewesen im heutigen Restaurant Stiefel in Weinfelden, 1771

ein heutiger dieser "braven und starken Männer"
ein heutiger dieser "braven und starken Männer"
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Das mühsam gesuchte Brot - Original
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Reisebericht in heutigem Deutsch
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Joseph Bornhauser wohnte im heutigen Restaurant Stiefel
Joseph Bornhauser wohnte im heutigen Restaurant Stiefel
jeder Weizensack, den die Weinfelder auf ihren Schultern nach Hause trugen, wog 65 kg
jeder Weizensack, den die Weinfelder auf ihren Schultern nach Hause trugen, wog 65 kg

Am diesjährigen Osterhasen-OL in Weinfelden, wo sich jeder Posten an einem historischen Standort befand, konnte man einen solchen Sack am ehemaligen Wohnort von Joseph Bornhauser einmal selbst "probetragen".


1771: Hungersnot in Weinfelden

So riefen wir einige brave und starke Männer zusammen und fragten sie, ob sie sich zumuten würden, als Kornträger eine Last von ungefähr 90 schweren Pfund zu tragen.

 

Die Namen unserer Träger waren folgende:

  

Hans Geörg Keller, im Spithal

Hans Jacob Koch, Tischmacher

Johannes Keller, im Breitenhard

Stephan Keller, Sattler

Johannes Keller, Tischmacher

Joseph Bischoff, im Breitenhard

Jacob Dünner, im Breitenhard

Johannes Reinhardt, Glaser

Hans Ulrich Keller, Schuhmacher. 

 

Joseph Bornhauser, Beck

Hans Jakob Schweizer, Krämer


2019: Projektwoche in Weinfelden

So riefen wir einige brave und starke junge Weinfelder Sekundarschüler zusammen und fragen sie, ob sie sich zumuten würden, zu Fuss über den Gotthard nach Bellinzona zu wandern.

 

Die Namen unserer Wanderer waren folgende:

 

Linnea Alfredsson, Gontershofen

Jana Besmer, im Sangen

Lynn Dietrich, in der Sunehalde

Rinnah Häberli, im Stephan Zehenden

Luisa Möckli, im Mötteli

Lena Tobler, im Äuli

Carina Wartmann, in der Schlosshalde

Gloria Wisse, Gontershofen

 

Nico Fontana, Büsslingen

Samuel Gassmann, im Bergholz

Silvan Herrmann, Gross Mittlere Zelg

Jonathan Johner, im Hard

Amon Marty, bei der Schneggeburg

Silas Marty, bei der Schneggeburg

Leandro Ott, Chruzelingen

Michael Oettli, Gross Mittlere Zelg

Jonathan Peter, Puppikova

Jonas Reischmann, Gontershofen

Gian-Luca Romann, im Muggewinggel

Manuel Schuhmacher, im Bachtobel

Simon Stalder, Puppikova

Jonas Traber, im Hof Acher

David Wolfer, im Bachtobel

Samuel Zürcher, im Äuli

 

Urs Keller

Hans Krüsi

Melanie Karrer

Reto Meier 



Projektwoche der Sekundarschule Pestalozzi Weinfelden

das sind sie also, diese "braven und starken" jungen Männer und Frauen!
das sind sie also, diese "braven und starken" jungen Männer und Frauen!

Wir machten uns im Mai 2019 auf die Spuren jener halb verhungerten Weinfelder von 1771 und marschierten auf der gleichen Route wie sie in sieben Tagen von Weinfelden über den Gotthard nach Bellinzona.

200 km Distanz, 6'000 m Steigung, 55 Stunden Wanderzeit:


Die sieben Tagesetappen



Dank


Ganz zuerst bedanken wir uns bei der Sekundarschulgemeinde Weinfelden (Behörde, Geschäfts- und Schulleitung) die uns dieses Projekt finanziell ermöglicht hat und auch ideell immer hinter dieser "gspunnene Idee" gestanden ist!



Wir sind vielerorts auf Wohlwollen gestossen...

Diesen Sack hat uns Erwin Buchenhorner aus Raperswilen mit 65 kg Weizen gefüllt.

Apfelcar-Madörin hat uns den Panorama-Begleitbus vergünstigt zur Verfügung gestellt.

Der "Sunnebeck" hat uns morgens um vier mit frischen Gipfeli für den Tag gestärkt...

... und Qwell hat uns an den ersten Tagen den Durst mit Gratis-Getränken gestillt.



Das Kloster Fischingen hat die hungrigen Weinfelder (anders als 1771) grosszügig und liebevoll mit einer Pilgersuppe und Brot verpflegt - und erst noch gratis!

Unsere Gastgeber:

Alle unsere sechs Gastgeber an den Übernachtungen waren grosszügig, wohlwollend und freundlich! Wir empfehlen sie bestens weiter:

 

- das Berggasthaus auf dem Hörnli

- der Lützelhof in Pfäffikon

- der Klosterhof Ingenbohl bei Brunnen

- der Pferdestall Reussen bei Andermatt

- das Albergo auf dem Gotthardhospiz

- der Zeltplatz Campeggio in Faido-Fusnengo