Die Hungersnot 1816/17 - Didaktik


Das Thema "Hunger" können Sie von verschiedenen Seiten her angehen: Sei es von der grossen Hungersnot 1816-17, aktuellen Beispielen aus der Dritten Welt, von Rohstoffen oder von der Wirtschaft aus: Heute ist Hunger keine Frage von Landwirtschaft und Missernten mehr, sondern von Wirtschaft und Armut. Wer Geld hat, kann sich überall Nahrung kaufen.

 

Hier starten wir mit der Hungersnot, die vor 200 Jahren in der Ostschweiz 100'000 Tote forderte:


1816 - das Jahr ohne Sommer

Die Entstehung dieser Hungersnot lässt sich gut nach dem Thema "Plattentektonik / Erdbeben / Vulkane" aufnehmen.

Sie können zur Einführung mit diesen beiden Dokumenten arbeiten (je die ersten 4 Seiten genügen) und diese Fragen bearbeiten lassen:

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1816 - das Jahr ohne Sommer
Hungersnot - 1816 - das Jahr ohne Sommer
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Schneesomemr und Heisshunger
Hungersnot - 1816 - das Jahr ohne Sommer
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- Auswirkungen der Explosion des Tamboras

- deren Einfluss auf unser Wetter und Klima

- Folgen für unsere Gewässer und die Landwirtschaft

- weitere Gründe für die Hungersnot

 

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Beobachtungsaufgaben Tambora-Texte.docx
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Eine Hungertafel aus dem Toggenburg

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Die Hungertafel
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Hungertafel - nur Text.jpg
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Lassen Sie diese Hungertafel aus Lichtensteig in heutiges Deutsch übertragen.



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Hunger - Scheitlin.docx
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Lesen Sie diese Texte aus den "Armenreisen" von Pfarrer Peter Scheitlin und dem Unternehmer Johann Mayr aus Arbon.

 



Ein Überblick

Lesen Sie diesen Bericht über die Hungersnot aus den "Thurgauer Beiträgen zur vaterländischen Geschichte".

 

Arbeiten Sie zum Beispiel folgende Punkte heraus:

- Ursachen der Hungersnot

- Verhalten der Hungernden

- Massnahmen gegenüber Bettel und Hungerdieben

- Hilfestellung der Gemeinden

- Verhalten der Thurgauer Regierung

  (wie wäre das denn heute...?)

usw.

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Die grosse Hungersnot vor 150 Jahren.pdf
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hier als Word-Dokument, zum Bearbeiten:
Die grosse Hungersnot vor 150 Jahren.doc
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Preise und Teuerung

"Zum Andenken an die grosse Theurung":

Studieren Sie mit Ihren Schülern diese Tabelle aus Weinfelden.

Sie lädt ein zum anschaulichen Rechnen, Berechnen der Kaufkraft (wie lange musste man arbeiten für...?) und Vergleichen mit heute.

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Preise während der Hungersnoth 1816-17.j
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Berechnungen zur Kaufkraft damals und heute
Preise während der Hungersnot in Weinfel
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Lesen Sie diesen eindrücklichen Bericht aus dem Jahre 1771, als einige Weinfelder zu Fuss nach Bellinzona zogen, um dort je einen 80-Liter-Sack Weizen (ca. 65 kg) zu kaufen und auf ihren Schultern zurück über die Alpen zu tragen...

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Das mühsam gesuchte Brodt.pdf
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Der Text bringt viele Arbeitsmöglichkeiten mit sich:

- geografische Orientierung (auf einer Schweizer Karte die Route verfolgen)

- sprachliches Verstehen resp. Transkription in heutiges Deutsch

- und sogar Änderungen in der Rechtschreibung

 


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Reisebericht in heutigem Deutsch
Das mühsam gesuchte Brot - Reisebericht
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Hier hat unser Klasse den Text in heutiges Deutsch übertragen; jeder Schüler eine Tagesetappe.

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Arbeitsblatt: Tagesetappen
Das mühsam gesuchte Brot - Tagesetappen
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Auf diesem Arbeitsblatt stellen wir die Tagesetappen tabellarisch zusammen und zeichnen sie auf einer leeren Schweizer Karte ein.



Und seien Sie vorsichtig, wenn Sie Ihren Schülern einen so schweren Sack auf die Schultern laden!


Eine Armensuppe kochen

Geben Sie eine Einführung in den Nährwert von Lebensmitteln.

Lassen Sie die Schüler einen Tag lang notieren, was und wie viel sie essen und trinken - und dann den Tages-Nährwert berechnen.

Vergleichen Sie mit dem Grundbedarf.

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Nährwerttabelle
Nährwerttabelle.pdf
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Die Gemeinden bekamen vom Kanton den Auftrag, für die Armen und Hungernden zu sorgen. So wurde in den meisten Dörfern täglich eine "Armensuppe" ausgegeben.

 

Das ist das Rezept:

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Rumfordsche Armensuppe.pdf
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Auch davon berechnen wir den Nährwert und vergleichen mit dem Grundbedarf und mit heutigen Nahrungsmitteln.

einen "Hungertag" erleben:

 

Nun kochen wir in der Schule zum Mittagessen diese Armensuppe für alle - und bemühen uns, den ganzen Tag über sonst nichts zu essen.

 


die Zutaten für eine Schulklasse
die Zutaten für eine Schulklasse


Unsere jährliche Essensmenge zusammenstellen und mit einer fremden Familie vergleichen

Dieses Lehrmittel enthält 16 Fotoportraits von Familien aus 15 Ländern (aus dem oben erwähnten Buch "So isst der Mensch").

 

- Essgewohnheiten

- Einkauf/Produktion

- Herkunft

- Globalisierung

 

Sehr geeignet für Gruppenarbeiten

Im Begleitmaterial sind viele Aspekte von Hunger und Ernährung sehr lebensnah aufgearbeitet:

So essen sie!

Fotoporträts von Familien aus 15 Ländern


Christine Imhof
Alliance Sud, Verlag an der Ruhr, 2007 / 16 Farbfotos A3, Dossier, 72 Seiten / 4. bis 9. Schuljahr

Verkauf Artikel-Nr. 6.1.8069
Preis Fr. 39.00

 

Bestellen Sie sie hier bei éducation21



Lassen Sie ein Fotomontage-Poster mit einer Abbildung aller Lebensmittel machen, die die Familie des Schülers jährlich etwa isst.

 

Dieses Poster eignet sich gut, darüber einen kleinen Vortrag zu halten - und diese Essensmenge auch mit einem Beispiel aus dem oben erwähnten Buch "so isst der Mensch" zu vergleichen:

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Vortrag - was wir alles essen.docx
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Ein heutiges Lebensbild aus der Dritten Welt

Steigen Sie mit einem realitätsnahen Lebensbild ein - so wird das Thema "Hunger" für die Schüler etwas persönlicher und konkreter, zum Beispiel mit dieser DVD:

Zwei Mädchen aus Cité Soleil von Heike Fritz, Stephan Krause, Deutschland 1996, Dokumentarfilm, DVD «Kinder dieser Welt erzählen», 29 Minuten

Bestellung hier



Ein "Hungertag"

Wenn Sie das Thema "Hunger" aufgreifen, dann machen Sie doch einen (freiwilligen) Solidaritäts-"Hungertag": die ganze Klasse isst einen Tag lang nichts - ausgenommen über Mittag eine Portion der Rumford'schen Armensuppe, die am Vormittag in der Kochschule zubereitet wird.

Man kann dann auch deren Nährwert berechnen (z. Bsp. mit der Nährwerttabelle hinten im Tiptopf) und mit dem täglichen Nährwertbedarf vergleichen.

Vergleichsmöglichkeiten ergeben sich auch mit den Durchschnitts-Nährwerten einzelner Länder, wie sie in jeder Länderstatistik angegeben sind. Doch Achtung: in jedem Land können sich die Reichen genug Lebensmittel kaufen...

 



Hunger, Armut und Wirtschaft

Gehen wir einmal vom (allerdings sehr vereinfachten) Wirtschaftskreislauf aus:

- Lassen Sie Ihre Schüler ein Unternehmen unter die Lupe nehmen, mit speziellem Fokus auf Rohstoffverarbeitung und Wertschöpfung. Dazu eignet sich fast jedes Unternehmen aus dem verarbeitenden industriellen Sektor.

einen Konzern oder Betrieb unter die Lupe nehmen:

Beispiel Zusammensetzung des Kaffeepreises:



Erarbeiten Sie anhand der gewählten Unternehmen folgenden einfachen Wirtschaftskreislauf:

hier mit leeren Feldern:

 

 

 

 

 

und nun - aus anderer Sicht - ausgebaut zum "Teufelskreis der Armut":



Und nun ist natürlich alles noch viel komplexer. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter - das hat aber auch vielfältige Ursachen.

 

"Der Teufelskreis der Armut hat viele Triebfedern": Sicherlich werden Sie Ihren Schülern aktuelle Beispiele aus der Tagespresse zu dieser Zusammenstellung erzählen.



Noch vorab: wenn Sie wissen wollen, was und wie viel denn die Thurgauer Bevölkerung vor 200 Jahren gegessen hat und mit heute vergleichen wollen, schauen Sie auf unserer Seite über die Landwirtschaft nach.