Markante Berggipfel 2


Im Doppelpack: Mürtschenstock und Speer


Den Mürtschenstock ("der Hut") und den Speer ("das Dreieck") präsentieren wir Ihnen gleich im Doppelpack: die beiden stehen aus unserer Perspektive gleich neben- resp. hintereinander.

der Speer von Nesslau aus gesehen
der Speer von Nesslau aus gesehen

Der Speer mit seinem markanten Nordgrat ist der höchste Nagelfluhberg Europas.

Er ist ein beliebtes Wanderziel, oft von Amden aus; vom Toggenburg her muss mit 5h Aufstieg gerechnet werden.



Der Speer verblüfft seine Besteiger mit einer breiten Palette von Aussichten in allen erdenklichen Blau- und Grautönen.

Heute war alles grau-in-grau, da mussten wir für die Foto etwas unter die Wolkendecke steigen:

der "Blick zurück" vom Speer Richtung Napoleonturm
der "Blick zurück" vom Speer Richtung Napoleonturm
D. Emmenegger, Mollis: Aussicht vom Fronalpstock (nicht weit vom Mürtschenstock). Vorne rechts der Speer.
D. Emmenegger, Mollis: Aussicht vom Fronalpstock (nicht weit vom Mürtschenstock). Vorne rechts der Speer.

Zerlumpt, durchfroren und barfuss im Schnee: eine russische Armee am Fusse des Hausstocks

 

Der Hausstock schliesst das Elmer Sernftal gegen Süden ab.

 

der Hausstock vom Panixerpass aus
der Hausstock vom Panixerpass aus

Als Wanderung schlage ich Ihnen allerdings nicht die Besteigung des Hausstocks, sondern den Aufstieg zum Panixerpass zu dessen Fusse vor:

Begeben Sie sich auf die eisigen Spuren der zerlumpten und durchfrorenen russischen Armee, die General Suworow 1799 auf dem Rückzug vor den Franzosen während eines Wintereinbruchs von Elm aus über den Panixerpass geführt hatte.

Im Zweiten Koalitionskrieg gegen die Franzosen war General Suworow zunächst in Norditalien siegreich gewesen und hätte einer andern russischen Armee unter General Rimski-Korsakoff bei Zürich zu Hilfe eilen sollen - doch jene war schon geschlagen worden, bevor Suworow eintraf. So musste sich dieser von der französischen Übermacht über die winterlichen Alpen zurückdrängen lassen und überquerte dabei nach dem Gotthard- und dem Kinzig- auch noch den Pragel- und zuletzt den verschneiten Panixerpass.

 

A. Kotzebue: Suworow auf dem Panixerpass
A. Kotzebue: Suworow auf dem Panixerpass

Diese letzte Überquerung geriet allerdings zum Desaster: eine völlig ausgehungerte, zerlumpte (kaum einer hatte noch Schuhe) und durchfrorene Armee schleppte sich nachts in tiefem Nassschnee über den Pass und auf den andern Seite hinunter nach Panix - 2000 Russen erfroren dabei oder stürzten ab, ebenso viele Lasttiere ebenfalls.

Route der Suworow-Amree über die vier Alpenpässe; Grafik NZZ
Route der Suworow-Amree über die vier Alpenpässe; Grafik NZZ
die unbediente, aber stets offene Schutzhütte auf dem Panixerpass
die unbediente, aber stets offene Schutzhütte auf dem Panixerpass
Gedenktafel an der Schutzhütte
Gedenktafel an der Schutzhütte

Machen Sie es anders als Generalissimus Feldmarschall Alexander Wasiljewitsch Suworow: Kaufen Sie sich wasserfeste Wanderschuhe, nehmen Sie warme Kleidung und genügend Lebensmittel mit und kommen Sie dem Wintereinbruch zuvor!

Und wenn Sie sich in der Schutzhütte auf dem Panixerpass wohlig in diese weichen Wolldecken einkuscheln, gedenken Sie der durchfrorenen Soldaten, die hier draussen vor gut 200 Jahren ihre letzten Lanzenstiele verbrannten, um ihren General noch etwas wärmen zu können...

Suworow-Museum Linthal
Suworow-Museum Linthal

Auf der ganzen Wanderung werden Sie sich immer wieder vorstellen, wie sich die bedauernswerten Soldaten in diesem steilen, unwegsamen und verschneiten Gelände barfuss den Weg nach Panix gesucht hatten...

Gendenktafel auf der Alp Ranasca
Gendenktafel auf der Alp Ranasca

Wer übrigens die Leistung der russischen Armee beim Übergang über alle vier Pässe nachvollziehen möchte, begibt sich auf die Via Suworow - auch wenn er dabei keine tonnenschweren Kanonen über die verschneiten Pässe schleppen muss...

Besuchen Sie als Abschluss dieser Wanderung auch noch das Suworow-Museum in Linthal.

Gemälde am Staudamm Panix
Gemälde am Staudamm Panix

der "Blick zurück" zum Napoleonturm vom Wichlenberg (zwischen Hausstock und Panixerpass) aus. Rechts ist der Kärpf, links der Glärnisch. Foto W. Weimert, Mollis.
der "Blick zurück" zum Napoleonturm vom Wichlenberg (zwischen Hausstock und Panixerpass) aus. Rechts ist der Kärpf, links der Glärnisch. Foto W. Weimert, Mollis.

Der mit dem eisigen Grab des Vreneli: der Glärnisch

Versuchen Sie nicht, auf dem Gipfel des Glärnisch ein Gärtli anzulegen wie damals Vreneli, das dabei der Sage nach eingeschneit worden und im Gipfelfirn erstarrt sei...


Das breite Massiv des Glärnisch (ein Gipfel davon ist das Vrenelisgärtli) ist einer der markantesten Gebirgszüge im Panorama des Napoleonturms.

Blick zurück vom Vrenelisgärtli über den Rautispitz Richtung Napoleonturm. Foto D. Emmenegger, Mollis.
Blick zurück vom Vrenelisgärtli über den Rautispitz Richtung Napoleonturm. Foto D. Emmenegger, Mollis.

Von "d'Ödi" zum Dödi und Tödi

vom Dödi...
vom Dödi...

Der öde Tödi also - die "Öde" bezieht sich wahrscheinlich auf das grosse Gletscherfeld um den höchsten Gipfel der Glarner Alpen.

Auf der Lithographie des historischen Napoleonturms ist noch der Name Dödi mit D aufgeführt.

 

... zum Tödi
... zum Tödi

Statt die gefährliche Besteigung des öden Tödis schlage ich Ihnen einen viel familienfreundli-cheren Besuch einer der über 40 interessanten "GeoStätten" im Geopark Sardona vor.

 

Informieren Sie sich hier.


 

Für uns Unterländer aber doch noch die Aussicht vom Tödi:

der "Blick zurück" vom Tödi zum Napoleonturm; Foto Marc Deragisch, alpen-panoramen.de
der "Blick zurück" vom Tödi zum Napoleonturm; Foto Marc Deragisch, alpen-panoramen.de

Wenn der Wind gellt: die Grossen Windgällen

Der Name der Grossen Windgällen leitet sich von gellen her, was so viel bedeutet wie heulen, tönen oder pfeifen - in diesem Falle etwa "dem Wind ausgesetzte Stelle".


 

(Schneeschuhtour Unterschächen - Griessalp)

(Wanderung Schächental- Griessalp - Seewlisgrat - Seewlialphütte - Silenen)

 


(bitte haben Sie noch etwas Geduld, bis wir die Schneeschuhtour und die "Blick zurück"-Foto machen können...)


1133 m Höhe: das Hörnli

das Hörnli auf der Lithographie des historischen Napoleonturms
das Hörnli auf der Lithographie des historischen Napoleonturms
das Hornli vom heutigen Turm aus; dahinter Fulen und Rossstock SZ
das Hornli vom heutigen Turm aus; dahinter Fulen und Rossstock SZ

Viele Leute kennen vier Höhen von wichtigen Gipfeln auswendig (in abnehmender Höhe und Bedeutung):

- Mount Everest 8848 m

- Matterhorn 4478 m

- Säntis 2502 m

- Hörnli 1133 m


Aber zunächst beeindruckt, mit welcher Tapferkeit sich das Hörnli während der letzten Eiszeit vor 20'000 Jahren dem Rheingletscher widersetzte und sich - buchstäblich - nicht unterkriegen liess:

Swisstopo; Wabern b. Bern
Swisstopo; Wabern b. Bern

Der höchste Punkt des Thurgaus

Grenzstein am "Dreiländereck" TG-SG-ZH am Nordgrat des Hörnli
Grenzstein am "Dreiländereck" TG-SG-ZH am Nordgrat des Hörnli

Was schätzen Sie:

welcher Grenzstein liegt höher, jener links vom "Dreiländereck" der drei Kantone TG, SG und ZH auf dem nördlichen Grat des Hörnli oder jener rechts auf dem Hohgrat auf der Grenze TG-SG?

 

Schwierige Frage: die beiden Oberkanten der Grenzsteine sollen auf den Zentimeter genau gleich hoch liegen!

 

Aber das Gelände selbst scheint beim Hochgrat noch einige cm höher zu sein, und deshalb befindet sich hier der offiziell höchste Punkt des Thurgaus.

Grenzstein auf dem Hohgrat
Grenzstein auf dem Hohgrat

Wir Thurgauer nennen ihn nur "de Groot"; er liegt zwei km östlich von Allenwinden.


der Hohgrat, höchster Punkt des Thurgaus
der Hohgrat, höchster Punkt des Thurgaus
St. Iddaburg, vom Hohgrat aus gesehen
St. Iddaburg, vom Hohgrat aus gesehen

Vom Hohgrat bietet sich übrigens ein schöner Ausblick hinüber zur Wallfahrtskirche St. Iddaburg.

 

Ach ja, es wäre für uns Thurgauer natürlich schon schön gewesen, das Hörnli als höchsten Punkt für unsern Kanton zu haben! So gesehen trauern wir der Abspaltung des Zürichgaus vom Thurgau im Jahre 861 schon noch etwas nach - nicht so sehr der Stadt, dem Dialekt und auch nicht dem FCZ - aber eben dem Hörnli!

 

Es gibt unzählige Wanderwege um und auf das Hörnli.

Ganz besonders empfehle ich Ihnen den Toggenburger Höhenwegauf diesem Grat: Hörnli - Hulftegg - Schnebelhorn - Ricken - Churfirsten:

Für Ungeduldige gibt's gleich zwei Bergläufe aufs Hörnli, sozusagen von vorne und von hinten:

- von Fischingen aus am Pfingstsamstag den Lauf "Ufs Hörnli"

- von Steg aus in der letzten Sommerferienwoche im Rahmen des Berglaufcups


Und wenn Sie dann einmal oben sind, nehmen Sie sich Zeit für den umwerfenden Blick nach Süden...

Sicht nach Süden mit dem Tödi
Sicht nach Süden mit dem Tödi
Sicht zum Bachtel und den beiden Mythen
Sicht zum Bachtel und den beiden Mythen

... da nimmt sich dann der Blick nach Norden  zwischen den Bäumen hindurch zum Napoleonturm geradezu bescheiden aus:

der "Blick zurück" vom Hörnli zum Napoleonturm über Sirnach und Münchwilen
der "Blick zurück" vom Hörnli zum Napoleonturm über Sirnach und Münchwilen

Nur noch 250 Höhenmeter hinauf: der Titlis

Na ja, endlich einmal ein Hochgebirgsgipfel, den man auch als Durchschnittswanderer besteigen kann - nach der Ankunft mit der Gondelbahn auf dem Kleintitlis fehlen nur noch 250 Höhenmeter oder eine halbe Stunde.


Allerdings scheint Tourismus Engelberg nicht gerade uns Wanderer und Bergsteiger als bevorzugtes Kundensegment im Auge zu haben: der Titlis Cliff Walks, das Dirndl-Fotostudio, der Titlis Chocolate Shop, der Ice Flyer-Sessellift sowie der Lion Luxus-Uhren-Shop auf dem Klein Titlis richten sich eher an ein anderes Publikum...

der "Blick zurück" vom Titlisgipfel über das Engelberger Rothorn zum Napoleonturm
der "Blick zurück" vom Titlisgipfel über das Engelberger Rothorn zum Napoleonturm

The "most prominent peak of Switzerland": das Finsteraarhorn

 ... also doch nicht das Matterhorn!


Streiten wir uns nicht um Superlative, jedenfalls ist das Finsteraarhorn der höchste Gipfel im Einzugsgebiet des Rheins und einer der markantesten der ganzen Alpenkette überhaupt.

Na ja, wir Wanderer müssen da definitiv vor den Steilhängen des Finsteraarhorns kapitulieren und dessen Besteigung neidlos den Alpinisten überlassen - auch wenn diese spektakulärere Fotos schiessen als solche zu wolkenverhangenen Aussichtstürmen!

D. Keller, Weinfelden
D. Keller, Weinfelden

Drei beeindruckende Hoger: Mönch, Eiger und Jungfrau

 

Das berühmte Dreigestirn des Berner Oberlandes, Eiger, Mönch und Jungfrau, steht aus unserer Perspektive fast in einer Reihe hintereinander; am auffälligsten ist der Mönch, auch wenn die Jungfrau noch etwas höher ist.


Der Name des Eigers geht auf das mittelhochdeutsche "Hej-Ger", hohe Spitze, zurück, dessen Wortstamm noch im mundartlichen "Hoger" enthalten ist. Wahrlich ein eindrücklicher Hoger mit seiner 1800 m hohen Nordwand!

Am Fusse des Mönchs wurden früher Wallache, "Münche", gesömmert. Der Berg über diesen Alpen wurde zum Münchenberg, Münch oder eben Mönch - also kein Zusammenhang mit dem Kloster Interlaken.

Das kommt aber bei der Jungfrau zum Zug: die Augustinerinnen besassen an den Westhängen einige Alpen, die die "Jungfrauen-Berge" genannt wurden, was in der Folge dem ganzen Massiv den Namen gab.

 


Fahren Sie mit der Jungfraubahn von Interlaken aus auf das 3'454 m hohe Jungfraujoch, das "top of Europe" - das Ziel ist seinen (sehr stolzen) Fahrpreis wert!


Den"Blick zurück" vom Gipfel des Mönchs Richtung Napoleonturm müssen wir wiederum den Alpinisten überlassen:

der "Blick zurück" vom Mönch auf den Eigergipfel und Richtung Napoleonturm. Foto D. Keller / P. Fuchs
der "Blick zurück" vom Mönch auf den Eigergipfel und Richtung Napoleonturm. Foto D. Keller / P. Fuchs

"Hi", nicht "grüezi mitenand" auf dem Pilatus

der Pilatus hinter dem Schauenberg mit den drei Gipfeln "Esel", Oberhaupt und Tomlishorn
der Pilatus hinter dem Schauenberg mit den drei Gipfeln "Esel", Oberhaupt und Tomlishorn

Pontius Pilatus, zu Jesu Zeiten römischer Statthalter in Jerusalem, soll der Sage nach im Gipfelsee seine letzte Ruhe gefunden und dem Berg seinen Namen gegeben haben (seine Totenruhe durfte allerdings unter keinen Umständen gestört werden, sonst fürchtete man Unwetter und Verheerungen; die Besteigung des Pilatus blieb deshalb bis ins 16. Jahrhundert verboten und wurde erst erlaubt, als der Gipfelsee zur Sicherheit trockengelegt worden war...).


Heute fürchtet niemand mehr die Verwüstungen des Pilatus, machen wir uns also auf zur Besteigung des Luzerner Hausberges. Das beginnt wie alle Wanderungen tags zuvor mit dem Studium des Wetterberichts:

"Hat der Pilatus einen Hut, wird das Wetter fein und gut".

Dasselbe Sprüchlein sagt man im Berner Oberland auch vom Niesen, da muss also etwas Wahres dran sein. - Heute trägt der Pilatus aber nur einen Schal, umso besser, dann sieht man etwas von der berühmten Aussicht!

 


Sie wissen ja jetzt, wie Sie beim Aufstieg die anderen Wanderer grüssen müssen.

Diese Gipfelfoto machen scheinbar alle Besucher, jedenfalls alle, die "hi" sagen.

Die steilste Zahnradbahn der Welt führt Sie wieder hinunter.

Das wäre allenfalls eine Alternative gewesen...


Die Aussicht ist wirklich der Hammer, da blicken wir zuerst nach Süden ...

... und erst dann zurück zum Napoleonturm!


Schlottrige Knie auf dem Wellenberg

Wellenberg; hier steht der Stählibuck
Wellenberg; hier steht der Stählibuck

Auf dem Wellenberg steht ja - sozusagen als "kleiner älterer Bruder" des Napoleonturms  - der Stählibuck: Jeder Thurgauer Schüler hat ihn mindestens viermal bestiegen: auf der Schulreise, dem Maibummel, dem Jugireisli und mit der Familie. Ob wohl bald der Napoleonturm diese Magnetfunktion übernimmt...?

Der Stählibuck bringt zwar nur 27m vor die Messlatte - doch seine luftig-exponierte Metallkonstruktion lässt manche Knie schlottern, Herzen höher schlagen, den Atem stocken und Köpfe schwindlig werden!


der "Blick zurück" vom Wellenberg über Wigoltingen und das Conny-Land zum Napoleonturm
der "Blick zurück" vom Wellenberg über Wigoltingen und das Conny-Land zum Napoleonturm