Das Thema "Wald" in der Schule:


Das Waldschulzimmer Ermatingen

Nutzen Sie die Möglichkeit des örtlichen Waldlehrpfades resp. Waldschulzimmers.

 

Hier ist die Kontaktadresse von Ermatingen



Die Waldschule Weinfelden

das Waldschulzimmer Weinfelden
das Waldschulzimmer Weinfelden

Vielleicht liegt Ihnen aber die Waldschule Weinfelden mit dem Waldschulzimmer, dem Erlebnispfad und vielerlei methodischer Materialien näher.

 

Sie hat eine eigene Website: www.waldschuleweinfelden.ch.

 


Hier finden Sie einen Postenlauf, um die Umgebung der Waldschule zu erkunden sowie eine Übersicht über den Erlebnispfad mit entsprechenden Fragen dazu:

Download
Waldschule Weinfelden - Postenlauf Disco
Adobe Acrobat Dokument 3.0 MB

Download
Waldschule Weinfelden - Erlebnispfad.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.6 MB
Download
Fragen zu den Themen des Erlebnispfades.
Microsoft Word Dokument 67.6 KB


Artenkenntnis

Frühblütler

Begeben Sie sich mit Ihren Schülern in den Wald, um Pflanzen (und Tiere) kennenzulernen:

 

- ein Frühlingsjogging oder eine -velofahrt im März zu den Frühblütlern (noch besser: ein regelmässiges Waldjogging, bei dem wir in den willkommenen Pausen auf Pflanzen und Tiere resp. deren Spuren hinweisen)

 

- entsprechende Such- und Wettbewerbsaufgaben

Diese Übungsmaterialien also erst nach dem Wald zur Vertiefung benützen:

Download
Frühblütler
Frühblütler.ppt
Microsoft Power Point Präsentation 1.9 MB
Download
Baumarten
-
Baumarten.doc
Microsoft Word Dokument 359.0 KB
Download
Übungsblatt dazu
-
Baumarten Übungsblatt.doc
Microsoft Word Dokument 188.5 KB


einheimische Baumarten

Download
Baumarten.pdf
Adobe Acrobat Dokument 94.1 KB
Download
Baumarten.doc
Microsoft Word Dokument 366.5 KB
Download
Baumarten Übungsblatt.doc
Microsoft Word Dokument 199.0 KB

Thematisieren Sie die wichtigsten einheimischen Baumarten. Verbringen Sie einen Nachmittag mit Suchen und Bestimmen der Bäume, ihrer Blätter und Früchten - vielleicht sogar ihrer Rinden und Hölzer.


Rund um die Waldschule Weinfelden finden sich alle wichtigen Baumarten in wenigen Schritten Entfernung.

 

Wieder zuhause im Schulzimmer, können Sie mit Quizlet und Kahoot weiter üben und spielen:

(Falls Kahoot ein Passwort verlangt, geben Sie "Napoleonturm" ein)



Natur und Technik: abgeschaut und nachgebaut

Hier empfehle ich Ihnen eine ausgezeichnete Broschüre: "Abgeschaut und nachgebaut", herausgegeben vom Botanischen Garten St. Gallen.

Sie motiviert sehr, sich mit den Schülern auf die Suche nach den pflanzlichen Vorbildern zu machen, denen wir die Technik abgeschaut haben - und die Funktionsweise gleich auch noch unter die Lupe zu nehmen!


 

80 Pflanzen aus dem Botanischen Garten und ihre „Erfindungen“

SCHUMACHER, Hanspeter: Bionik – abgeschaut und nachgebaut.

44 Seiten, reich illustriert. St.Gallen 2016.

CHF 5.–.

 

Bestellung hier



Populationsdynamik

Im Wald gibt es viele schulische Möglichkeiten, die wir hier nicht alle aufzeigen können.

Hier aber ein Einstieg in ein Thema aus der Ökologie, das in der Natur nicht immer so einfach zu beobachten ist:

eine Population regelt sich selbst

Ein Güterzug 40'000 Mal um die Erde - voller Stubenfliegen

Wir rechnen vorerst mit den Zahlen der Stubenfliege:

- nach jeder Paarung legt das Weibchen

1000 Eier

- normalerweise gibt es 8 Generationen

pro Jahr

- wie viele Fliegen sind es Ende Jahr?

 

(zur Veranschaulichung: eine Fliege wiegt 0,1 g, füllen Sie sie gedanklich in Güterwagen à 10 t ab; jeder Güterwagen ist 10 m lang. Wie lang wird der Güterzug?)

 

Download
eine Population regelt sich selbst
eine Population regelt sich selbst.pdf
Adobe Acrobat Dokument 593.2 KB


Fruchtfliegen / Drosophila

Wir füllen etwas Nährboden in einen Erlenmeyerkolben (zerdrückte Bananen, Früchte). Man kann ihn überall aufstellen: nach kurzer Zeit finden sich die ersten Fruchtfliege (Drosophila) ein.

 

Jetzt verschliessen wir den Erlenmeyerkolben luftdurchlässig mit Watte, halten den Nährboden leicht feucht und beobachten in den nächsten Tagen und Wochen die Zunahme und auch den Zusammenbruch der Population.

(rechnen Sie mit 2- 4 Wochen für diesen Versuch)


Bei Mäusen ist übrigens Herzinfarkt infolge Dichtestress der wichtigste populationsabhängige Regelfaktor.

Auch hier können wir uns die Regelfaktoren leicht vorstellen - und der Vergleich von einigen Dutzend Fruchtfliegen in ihrem beschränkten Lebensraum Erlenmeyerkolben mit sieben Milliarden Menschen auf ihrem beschränkten Planeten liegt auf der Hand.

 

Es ist völlig unverständlich, wie fast alle Wirtschaftsführer und Politiker mit dauerndem Wachstum rechnen - sie sollen einmal ein paar Fruchtfliegen züchten und sich etwas überlegen dabei. Wir leben nicht in einem grenzenlosen Wachstumsmarkt.



Eine Räuber-Beute-Beziehung: Mäuse und Füchse

Wir haben gesehen, dass sich schon eine einzelne Population "selbst regelt": aber wie ist es denn bei zwei voneinander abhängigen Populationen, bei einer Räuber-Beute-Beziehung?

Denken Sie sich vorerst mit diesen Abbildungen in die Thematik ein:

Download
Räuber-Beute-Beziehungen
Räuber-Beute-Beziehungen.doc
Microsoft Word Dokument 219.5 KB

Eine typische Räuber-Beute-Beziehung; die beiden Populationen sind etwas "verschoben". Bei genauer Betrachtung erkennen wir jeweils die vier Phasen des Dichte-Diagramms.

 

Nun kann man das auch rechnen. Wir simulieren zwei Wühlmaus-Fuchs-Populationen in einem Gebiet, wie es auf der Landwirtschaftsfläche rund um Wäldi sein könnte (auch wenn in der Natur die Beziehungen vielfältiger sind - Mäuse haben auch andere Feinde und Füchse fressen auch andere Nahrung -, so sind die Parameter doch so aufeinander abgestimmt, dass naturnahe Populationsschwankungen entstehen).

 

(Am allerbesten ist es natürlich, wenn Sie sich vorgängig mit Wühlmäusen und Füchsen beschäftigen; zum Beispiel einen Landwirt beim Mausen begleiten oder die drolligen jungen Füchse ab dem 1. Mai vor dem Bau beobachten).

 Laden Sie sich diese Excel-Datei herunter:

 

Download
Simulation Räuber-Beute-Beziehung
-
Simulation Fuchs-Maus-Populationen.xlsx
Microsoft Excel Tabelle 40.7 KB

Jetzt können Sie ins System eingreifen und beobachten, wie es reagiert: zum Beispiel nach einer Tollwutbekämpfung der Füchse, bei einmaligem oder regelmässigem Mäuse fangen, bei starker oder schwacher Bejagung der Füchse usw.

 

(aber Achtung: jedesmal, wenn Sie manuell eine Zahl eingeben, überschreiben Sie damit eine Formel. Für neue Berechnungen müssen Sie die Änderungen rückgängig machen oder die Datei neu starten).

 

einige Beispiele:


ein natürlicher Verlauf

 

jedes Jahr wurde die Hälfte der Mäuse gefangen (was für ein Aufwand, jährlich fast 10'000 Mäuse!) - die Gesamtpopulation ist aber fast gleich geblieben. Sie schwanken einfach weniger stark.

bei dieser Tollwutbekämpfung im Jahr 5 haben nur 10% der Füchse überlebt

"tüchtige" Jäger lassen jährlich nur 5 Füchse überleben - es entsteht eine dauerhafte Mäuseplage


Wir staunen, wie stabil diese Zweierbeziehung ist; sie ist buchstäblich fast nicht tot zu kriegen, auch nach Extremereignissen nicht (ausser sie geben eine 0 ein, aber das geschieht in der Natur so nicht) und erholt sich jeweils erstaunlich schnell wieder.


Beispiel: der Beruf des Feldmausers

Jahrhundertelang existierte der Beruf des Feldmausers, der nichts anderes tat, als im Auftrag der Gemeinde Mäuse zu fangen - was seine Arbeit bewirkte, haben Sie vorhin simulieren können (wenn er also in unserm Fall jedes Jahr die Hälfte der Mäuse wegfing (fast 10'000 Mäuse pro Jahr, das gibt eine Menge Arbeit!), wirkte sich das auf die langjährige Gesamtpopulation fast gar nicht aus. Die Populationsschwankungen glichen sich einfach aus und ebneten sich ein.


Anders gesagt: ein fleissiger Feldmauser verschaffte sich jedes Jahr gleichmässig Arbeit und Einkommen.

 

Es gibt auch heute noch Gemeinden, die für jede gefangene Maus (resp. jeden auf der Gemeindekanzlei abgelieferten Mauseschwanz) einen gewissen Betrag bezahlen, vor allem in Zeiten hoher Wühlmauspopulationen.

Da gestalten sich die Familienferien dann plötzlich völlig anders: statt von Berggipfel zu Berggipfel führen die Spaziergänge von Mausefalle zu Mausefalle - und am Ende gibt's ein halbes Vermögen für die Jungmannschaft.

Dass solche Mäuseplagen etwas mit übereifrigen und schiesswütigen Grünröcken zu tun haben könnten, wird wohl mancherorts zu wenig bedacht.