Der Bodensee


der Bodensee ist vom Turm aus (fast immer...) gut sichtbar
der Bodensee ist vom Turm aus (fast immer...) gut sichtbar

Vom Rheingletscher freigelegt: Vulkankegel im Hegau

 

Beginnen wir zwar nicht ganz am Anfang vor 4.7 Milliarden Jahren, aber doch so weit zurück, dass die entsprechende Treppentafel am Turm massstäblich gerechnet 100 km unter der Erdoberfläche montiert sein sollte!


Die Vulkane im Hegau waren im Zeitraum von 14 - 8 Millionen Jahren vor Christus aktiv, am Schluss aber nur noch unterirdisch. 

die vier Vulkane, von der Terrasse des Napoleonmusems Arenenberg aus gesehen
die vier Vulkane, von der Terrasse des Napoleonmusems Arenenberg aus gesehen

Studieren Sie die Geologie des Hegaus und die Entstehung der Vulkankegel auf dieser Seite von Hegau Tourismus...

 

 

... und schauen Sie dieses Video aus Youtube:



Hohenhewen und Eiszeitpark Engen

Es muss ja nicht immer der Hohentwiel sein: Nehmen Sie sich als nächsten Sonntagsausflug den Hohenhewen bei Engen vor. Die Aussicht und die ehemalige Burganlange lohnen den Aufstieg!


Und wenn Sie schon dort sind, kombinieren Sie das mit dem Eiszeitpark Engen (Parkplatz gleich neben der Autobahnausfahrt) - das Brudertal mit dem Petersfelsen wurde während der Steinzeit als Hinterhalt für herumziehende Rentierherden benützt.

(auch wenn die Vulkankegel 1000 Mal älter sind als die Rentierjagden...!)



Der Bodensee, ein Kind der Eiszeit

Karte vom Bundesamt für Landestopografie, Wabern bei Bern
Karte vom Bundesamt für Landestopografie, Wabern bei Bern

Die maximale Ausdehnung des Rheingletschers vor 24'000 Jahren - nach seinem Abschmelzen liess er das Bodenseebecken sowie unsere Moränen- und Molasselandschaft zurück.

 


die Entstehung des Bodensees

aus "Bodensee - Zahlen - Fakten", herausgegeben von der Abteilung Wasserwirtschaft

des Amtes der Vorarlberger Landesregierung


Nur ein Stück bin ich noch aus der Gletscherzeit: der Graue Stein bei Ermatingen

der "Graue Stein" oberhalb von Ermatingen
der "Graue Stein" oberhalb von Ermatingen

Der mächtigste Thurgauer Zeuge aus der Eiszeit liegt schwer und matt im Wald oberhalb von Ermatingen:

Der "Graue Stein" aus Muschelkalksandstein stammt vom Rorschacher Berg und war vor etwa 20'000 Jahren vom Rheingletscher zu uns geschoben worden.

 

Ganz so wild wird der Ritt auf Gletschers Rücken aber nicht gewesen sein; man rechnet mit einer Dauer von einem Jahrtausend für diese Reise.

ganz so breit sprechen wir den Namen zwar nicht aus...
ganz so breit sprechen wir den Namen zwar nicht aus...

"bis zu dem grawen stain und untz in den Agelsturenbach"

Dann gibt es noch einen zweiten "Grauen Stein" am Schilfrand an der Grenze von Triboltingen zu Gottlieben. Dieser Findling aus der Gegend aus Davos hatte über Jahrhunderte seine Bedeutung als Grenzstein zwischen Triboltingen und Gottlieben, aber auch zur Abgrenzung der Bischofshöri und zur Festlegung von Fischereirechten. - Er scheint allerdings langsam abzusinken und ist von Unkraut überwachsen. Gut möglich, dass Sie ihn erst freilegen müssen, wenn Sie sich auf historische Spurensuche begeben...


Karte mit eingezeichneten Fischereirechten
Karte mit eingezeichneten Fischereirechten

Der Findlingsgarten bei Schwaderloh

Beim Bau der A7 bei Schwaderloh wurden Findlinge aus der abgetragenen Molasse zu einem interessanten Findlingsgarten zusammengestellt. 


Er befindet sich unmittelbar bei der Autobahnbrücke neben dem Schiessstand Bärenmoos in Neuwilen.

Woher jeder einzelne Findling stammt, steht in diesem Dokument.


Der Name "Bodensee"

Lacus Podamicus; anonymer kolorierter Kupferstich um 1640; Wiki Commons
Lacus Podamicus; anonymer kolorierter Kupferstich um 1640; Wiki Commons

Der Name kommt nicht daher, weil das Wasser bis an den Boden reicht - die Römer nannten ihn Lacus Brigantinus nach dem heutigen Bregenz.

In Bodman errichtete der Frankenkönig Pippin im 8. Jhdt. die Pfalz Bodomo; der See hiess lange lacus podamicus oder Podmensee, das schliesslich zu Bodmensee und Bodemsee zu Bodensee wurde.

Die romanischen (katholischen) Sprachen benennen ihn nach dem Konzil 1414-18: Lac de Constance oder Lago di Costanza, aber auch Lake Constance auf Englisch.


Lesen Sie in diesem Artikel der Thurgauer Zeitung noch genauer, warum der Bodensee auf Deutsch nicht Konstanzersee heisst.


Die Erdkrümmung

aus: "der Bodensee. Zahlen und Fakten" von der Abteilung Wasserwirtschaft (VIId) des Amts der Vorarlberger Landesregierung
aus: "der Bodensee. Zahlen und Fakten" von der Abteilung Wasserwirtschaft (VIId) des Amts der Vorarlberger Landesregierung

Durch die Erdkrümmung entsteht auf den 46 km zwischen Konstanz und Bregenz ein "Berg" von 41.5 m Höhe - so dass man von Bregenz her das 78 m hohe Konstanzer Münster nicht mehr sieht. 

aus: https://rechneronline.de/sehwinkel/sichtweite.php
aus: https://rechneronline.de/sehwinkel/sichtweite.php

Die Formel zur Berechnung der Sichtweite ist

wobei die Sichtweise s in km und die beiden Höhen in Metern abgegeben werden.

 

Umgekehrt kann man nun berechnen, welche Höhe in Konstanz unsichtbar ist, wenn wir von Bregenz aus auf einer angenommenen Augenhöhe von 2 m aus schauen:


Das ergibt also rund 100 m - das Münster sieht man nicht mehr, aber den Napoleonturm!

 

Kontrollen Sie es viertuell hier, aber noch besser bei guter Sicht in Natura vom Napoleonturm aus: Sieht man Bregenz bis ans Ufer hinunter?

Schade, von Bregenz aus kann man das nicht visuell überprüfen, da liegt noch der Damm der Rheinmündung dazwischen...


In 300 Jahren leer getrunken: Zahlen und Fakten

Oberfläche: 536 km2
Volumen: 48,5 km3
Uferline: 273 km
Tiefe Obersee: 252 m
Tiefe Untersee: 40 m
Einzugsgebiet: 11'500 km2
mittlerer Zufluss: 381 m3/s
mittlerer Rheinzufluss: 235 m3/s
mittlerer Abfluss: 365 m3/s
Trinkwasser-Entnahme: 5.5 m3/s

Es bräuchte 4 Jahre, um den See durch seine Zuflüsse neu aufzufüllen...

... und fast 300 Jahre würde das Wasser als Trinkwasservorrat reichen!



Trinkwasser für 5 Millionen Menschen

Der Bodensee dient als Trinkwasser-Lieferant für fünf Millionen Menschen.

Im grossen Seepumpwerk vor Sipplingen wird das Wasser in 60m Tiefe angesogen und auf den Sipplinger Berg gepumpt, wo es aufbereitet und dann weiter verteilt wird - bis 250 km nach Norden, weit über Heilbronn hinaus!

Seepumpwerk Sipplingen; www.bodensee-wasserversorgung.de
Seepumpwerk Sipplingen; www.bodensee-wasserversorgung.de

Jährlich werden hier 130 Millionen m3 Trinkwas-ser entnommen. Das sind 5,5 m3 pro Sekunde, was etwa 1% der Wasserführung des Rheins entspricht.

Schriftzug im Hafen von Sipplingen
Schriftzug im Hafen von Sipplingen

Alle Infos dazu finden Sie auf der Homepage der Bodensee-Wasserversorgung

www.bodensee-wasserversorgung.de
www.bodensee-wasserversorgung.de

Der Thurgau schöpft da nicht im gleichen Masse aus dem vollen: 40% seines Trinkwasserbedarfs bezieht auch er aus dem Bodensee; den Rest teilen sich Quellwasser und das Grundwasser der Thur.

im Hafen von Sipplingen
im Hafen von Sipplingen
Download
Bodenseewasser
-
Broschüre des Zweckverbandes Bodensee-Wasserversorgung
-
Bodenseewasser - Broschüre.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.5 MB
Download
Trinkwasser im Thurgau
-
Broschüre des Amts für Umwelt TG
-
Trinkwasser im Thurgau - Amt für Umwelt
Adobe Acrobat Dokument 1.0 MB


Wenn wir schon beim Thema sind:

Wie hoch schätzen Sie denn Ihren resp. den durchschnittlichen Wasserverbrauch pro Tag?

aus www.energie-spiegel.ch
aus www.energie-spiegel.ch

Man findet Zahlen zwischen 160 und 170 l pro Tag - mit allen öffentlichen Verbrauchern und der Industrie sogar rund 400 l pro Tag, wobei die Zahlen für Deutschland etwas tiefer liegen.


Genau genommen, sollten wir aber auch den indirekten oder virtuellen Wasserverbrauch berücksichtigen: Zur Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts werden beispielsweise 3'000 l Wasser benötigt, für ein Kilogramm Rindfleisch 16'000 l.

Berechnen Sie hier Ihren persönlichen "water footprint":



Den Bodensee er-fahren

Erleben Sie die Schönheit des Bodensees (und dessen Ausmasse), indem Sie ihn auf Ihrem Fahrrad umfahren - wir Schweizer nehmen dazu das Velo!

www.bodensee-radweg.com
www.bodensee-radweg.com

Alle Infos dazu finden Sie unter

www.bodensee-radweg.com

www.bodensee-radweg.de

http://www.veloland.ch/de/routen/route-096.html (für die Schweizer Seite)

 


www.bodensee-radweg.com
www.bodensee-radweg.com

Keine Sorge, Steigungen hat's nicht viele - allerdings ist auf diesem Höhenprofil der Abstecher zum Napoleonturm zwischen Tägerwilen und Ermatingen noch vergessen gegangen...


Wer's sportlich mag, beteiligt sich am Bodensee-Radmarathon und fährt die 220 km gleich an einem Stück!

 

www.bodensee-radmarathon.ch
www.bodensee-radmarathon.ch

die Strecke
die Strecke
nie schmeckt ein Napoleon-Bier besser als nach der Bodenseerundfahrt!
nie schmeckt ein Napoleon-Bier besser als nach der Bodenseerundfahrt!


Fischerei

16'000 (!) Sportfischer löschen jährlich ihr Patent am Bodensee
16'000 (!) Sportfischer löschen jährlich ihr Patent am Bodensee
der Ermatinger Berufsfischer René Ribi
der Ermatinger Berufsfischer René Ribi
Fahrt zu den Netzen bei Sonnenaufgang
Fahrt zu den Netzen bei Sonnenaufgang


"Die Bodensee aus 150 Perspektiven"

Lesen Sie dieses unterhaltsame und kurzweilige Buch, das die Bodenseeregion aus 150 "Perspektiven" beleuchtet - das sind ganz verschiedene geschichtliche, geografische oder kulturelle Themen.

 

Eines pro Doppelseite, im "Notfall" kann ein solches Thema auch übersprungen werden - nur schon deshalb bleibt immer ein bunter und interessanter Strauss übrig!



"Der gefährliche See"

Das Rosgartenmuseum in Konstanz hat eine interessante Sonderausstellung "der gefährliche See" erarbeitet und zeigt diese bis Ende Jahr im Kulturzentrum am Münster.

 

Download
der Flyer zur Ausstellung
Flyer - der gefährliche See.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.7 MB

 

Begleitend dazu ist dieses empfehlenswerte Buch erschienen:

Tobias Engelsing: Der gefährliche See – Wetterextreme und Unglücksfälle an Bodensee und Alpenrhein, reich illustriert, Hardcover, Südverlag Konstanz, 256 Seiten, 24,90 €

 

Umschlagdeckel "der gefährliche See"
Umschlagdeckel "der gefährliche See"