Das Armen- und Sozialwesen


Bettler, dargestellt auf Ofenkacheln in Steckborn

"Bettler, Strolchen, Heiden, Zigeuner und Landstreicher soll man allen Orten abschaffen, sie zurück wieder aus dem Land weisen, und wenn sie renitieren, oder mit Diebstahl sich vertraben, dieselben abprügeln, auf die Galeeren schicken, peinigen oder gar hinrichten. Zur Abhaltung alles unnützen und verdächtigen Gesindels wurden Patrouillenwächter angestellt."

"Gegen Frömbde, Strolche, Bettler und Diebe werden Betteljagden veranstaltet. Man sollte jedoch nicht schiessen und Blutvergiessen und Tumulte vermeiden. Die gefangenen Bettler wurden nun auf Fuhrwerken von Dorf zu Dorf weitergegeben und so in ihre Heimatgemeinden zurückverfrachtet."


Die "Bettelchuchi" beim heutigen Parkplatz vor der Arenenberger Badi

Die Bettelchuchi befand sich also etwa bei der heutigen Arenenberger Badi, vor dem Aufstieg zum "Zickzackweg" durch den Schlosspark Arenenberg.

Ein zweiter Treffpunkt der Bettler befand sich am andern Dorfeingang beim Agerstenbach.



Die ersten Armenhäuser - Hospital, Spittel oder Spital


Die Gemeinden hatten für ihre Armen zu sorgen (genau genommen lag das Armenwesen bis ins letzte Jahrhundert bei den Kirchen). In Notfällen konnten sie allerdings sogenannte "Bettelbriefe" ausstellen resp. vom Bischof ausstellen lassen, die dann dazu berechtigten, in auswärtigen Gemeinden zu betteln:

" Jede Gemeinde soll ihre Armen selber erhalten und nicht auf andere laufen lassen. Wo die Gemeinden und Gerichtsherren ihre Armen nicht erhalten möchten, sollen sich bei einem Landvogt anmelden, der dann Ordnung geben soll, wie von den Gotteshäusern, Pfarren und in andere Wege Zuschuss geschehe. Den Almosenwürdigen soll man ein Zeichen (Bettelbrief) auf einen Monat lang geben."

Das erste Armenhaus im Bügen


Sebastin April wohnte in einem vorgängergebäude von diesem "Haus April" im Bügen - Zeichnung P. Wettstein
Sebastin April wohnte in einem vorgängergebäude von diesem "Haus April" im Bügen - Zeichnung P. Wettstein

Trinken, Tanzen mit liederlichen Weibspersonen und allerlei Unfug...

Das "Spitöli" vor der heutigen Dosenfabrik


dieses "Spital" stand etwa beim heutigen Kinderspielplatz auf dem Parkgelände der Bogenbrücke vor der Dosenfabrik
dieses "Spital" stand etwa beim heutigen Kinderspielplatz auf dem Parkgelände der Bogenbrücke vor der Dosenfabrik
Zeichnung E. Lehner
Zeichnung E. Lehner

Hier zwei Notizblätter von Hans Herzog zu diesem Spitöli:

Das Spital in der Linde


Die Badstube: Gesundheitsvorsorge, Wellness und Heilung


die "Villa Sauter" beherbergte fürher die Badstube
die "Villa Sauter" beherbergte fürher die Badstube