Hans Heeb schrieb:
Auf der Badstube basierte im Wesentlichen das Sanitätswesen seiner Zeit. Zunächst war der Bader einmal zuständig für das Schneiden der Haare, für das Rasieren, für das Aderlassen, für das Schröpfen, für das Ziehen der Zähne und für kleine Wundbehandlungen. Viele Bader haben ihre Tätigkeit aber ausgeweitet. Sie haben Darmspülungen gemacht, Leistenbrüche «operiert», Blasensteine entfernt, Menschen vom Grauen Star befreit, Knochenbrüche wieder in Ordnung gebracht und notfalls auch Glieder amputiert.
Doch es ging auch anders: Zum Beispiel zahlte man in Stein am Rhein dem Bader für ein Jahres-Abo Haare schneiden eine Garbe Korn.
Vielleicht interessiert Sie das Inventar der Badstube - Sie werden dabei auch sehen, dass auch ein Bader resp. Arzt nebenher noch Landwirtschaft und Rebbau betrieb.
Ein Historiker hat einmal vermutet, dass diese Einkünfte höher waren als jene aus der Badstube - insbesondere, wenn man die 150 unbezahlten Rechnungen betrachtet...
Arnold Bosshard war früher Lehrer in Ermatingen wie auch Bürgerarchivar.
Er hat im Jahre 1987 die Geschichte der Badstube minutiös notiert.
(Diese Schrift befindet sich in den Unterlagen von Werner Stör).
Falls es Sie interessiert und Sie Zeit haben: Studieren Sie diese 22 Seiten.
