
Lesen Sie diese detaillierte Beschreibung der Reformation im Thurgau von Pfarrer Andreas Gäumann:
Leider war das konfessionelle Miteinander über fünf Jahrhunderte alles andere als eine konfessionelle "Erfolgsstory", sondern geprägt von tiefem gegenseitigen Neid, Misstrauen und Streitereien. Der Bau der Frühmesse stand zeichenhaft dafür.
Die Ermatinger schafften es zum Beispiel nicht, die beiden konfessionell getrennten Schulhäuser zusammenzulegen - sie mussten als letzte Thurgauer Gemeinde vom Regierungsrat dazu gezwungen werden...
Vielleicht noch dies:
"Jakob Läubli erzählte unter Anderem, dass man 150 Fische abgeben musste, wenn man auf der Segi fluchte, und 100, wenn man beim Läuten der Kirchenglocken den Hut nicht abnahm."
Sogar der Christbaum hat heute zwei Wipfel - ist das wohl ein Zeichen für das heutige gute Zusammenleben der beiden Konfessionen in dieser Kirche?
Das erwähnte Gemälde der heiligen Margaretha hängt heute in der Seitenkapelle der Kirche Ermatingen, und das ehemalige Glöcklein von Agerstenbach bimmelt heute in der Kapelle Salen-Reutenen zuoberst auf dem Seerücken.