Grosse Lastensegler, die "Lädinen", konnten in der Flachwasserzone vor Ermatingen das Ufer nicht erreichen; sie mussten mit kleineren Segnern be- und entladen werden, die ihrerseits an kleinen "Stedeli" anlandeten, wie an diesem vor dem Schiff:
So wurde es nötig, einen längeren Landungssteg zu bauen, was 1606 an die Hand genommen wurde - aber mit einem heftigen Streit mit den Triboltingern als Folge, denn die Ermatinger hatten das nötige Eichenholz ohne Rücksprache aus dem gemeinsamen Zwingwald geholt.
In verschiedenen Etappen ab 1905 wurde die Stedi als Damm aufgeschüttet, in Beton gefasst und mit Wellenbrechern geschützt:


Die neue Stedi mit dem bezeichnenden Namen "Fernsicht" ist nicht nur der neue Stolz der Gemeinde, sondern auch ein beliebter Treffpunkt, insbesondere bei Sonnenauf- oder Untergang.
(Achtung: Sagen Sie "Staadgarten", nicht "Stadtgarten", sonst verstehen Sie die Staader dann falsch!)
Ursprünglich floss der Dorfbach nach Norden, ungefähr an der Fischräuchi vorbei in den See.
Nach einem Unwetter 1861 verstopfte sich das Bachbett (etwa beim heutigen Wohnhaus Loosli); der Bach suchte sich einen neuen Lauf nach Westen.
Wenn Sie in historischen Dokumenten die Bezeichnung "bei der Bachbrugg" finden, dann bezog sie sich auf die Brücke vor der heutigen Fischräuchi.
Das hier sichtbare Grundstück der späteren Villa Moosberger wurde 1934 aufgeschüttet und eine Hafenmauer bis zur Mündung des Dorfbaches gebaut.
Die Bogenform erhielt die Brücke, damit die Gondeln den dahinterliegenden kleinen Hafen und den "Schlipf" aus teurem Rorschacher Sandstein erreichen konnten.
Dieser Hafen ist heute mit Schilf überwachsen.
Etwa beim Parkplatz vor dem Kinderspielplatz stand einst das "Spitöli", eine Mischung aus Armenhaus, Herberge, Altersheim und Spital ("Spittel"):