Das erste Seebad im Bügen


im Vordergrund das ehemalige Seebad; Postkarte von ca. 1900
im Vordergrund das ehemalige Seebad; Postkarte von ca. 1900

aus E. Büchi, "Als die Moral baden ging":

1873 gründeten Ermatinger die «Seebad-Aktiengesellschaft Ermatingen». Zum Präsidenten wurde Otto Nägeli, Mitglied des Vorstandes der Bürgergemeinde, gewählt. Die durch diese Gesellschaft 1874 errichtete Badeanstalt stand im Bügen, unweit des damals sehr bekannten Hotels «Adler» mit der Villa «Seefeld».

Zunächst musste Seewasser ins Reservoir der Badeanstalt gepumpt werden, damit es für warme Bäder genutzt werden konnte. Die warmen Bäder waren für die Kranken und jene gedacht, «wo da gstört hät, dass d’Mane und d’Fraue im gliche Seewasser badet händ».  - Diese Schilderung macht einen der Gründe deutlich, weshalb die Seebadeanstalten in den See hinaus gebaut wurden: So mussten keine Wasserleitungen gelegt werden; das Badewasser konnte direkt mit einer Pumpe gewonnen werden.

Die 1874 errichtete, baufällig gewordene Seebadeanstalt musste 1927 einem Strandbad im Westerfeld weichen. 

noch eine Postkarte
noch eine Postkarte

Das heutige Strandbad im Westerfeld


Ein neues Strandbad wurde 1928 im Westerfeld in Betrieb genommen:

Foto aus dem Jahr 1936
Foto aus dem Jahr 1936

Diese Postkarte mit Stempel von 1936 zeigt das symmetrische Gebäude des «Strandbades Ermatingen», das verschliessbare Einzel- und Grossraum-Umkleidekabinen hatte. Bei Hochwasser standen die Spielgeräte im Wasser.

während des Hochwassers 1964
während des Hochwassers 1964