Wahrscheinlich wurde ein erstes Schloss Salenstein um das Jahr 950 erbaut; bald darauf aber auch ein zweites: das heute nicht mehr existierende Niedersalenstein bei der heutigen Hinterburg. Sie wurde auch Niederburg oder eben Hinterburg genannt.
Die Festung Niedersalenstein bewohnten die Herren von Salenstein. Sie standen im Dienste des Reichenauer Abtes und zogen für ihn die Zinsen und Zehnten ein. Sie übten auch die niedere Gerichtsbarkeit aus.
Auf diese Herren von Salenstein gehen der heutige Ortsname und auch das Gemeindewappen zurück. Während die einen meinen, der 10-teilige blaue Zehnberg deute auf den Schlosshügel hin, deuten ihn andere als einen Hinweis auf das terrassenartig abgestufte Gelände. Wie auch immer…
Im 13. und 14. Jahrhundert verliess dieser Zweig der Herren wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten die Burg und wanderte aus. Das Gebäude verfiel; spätestens um 1600 war sie völlig zerfallen oder abgebrochen.
Ein anderer Zweig der Herren von Salenstein lebte aber auf dem Schloss Salenstein weiter:
Die Herren von Salenstein standen wie gesagt im Dienste des
Reichenauer Abtes.
1264 erhielt einer von ihnen, Albert II. das Schenkenamt
("Mundschenk") des Abtes, ein begehrtes und prestigeträchtiges Ministerialamt. Fortan nannte sich dieser Familienzweig stolz die "Schenken von Salenstein".
Standesgemäss hausten sie nun auf dem Schloss, das um 1092 erstmal schriftlich erwähnt wurde.
Die Zeit der Schenken von Salenstein endete 1397, als Diethelm als der letzte seines Geschlechts verarmt starb und das Schloss verkauft werden musste.

Das äussert einflussreiche und zahlungskräftige Konstanzer Patriziergeschlecht der Muntprat übernahm 1440 das Schloss.
Spätestens ab jetzt gab es auch ein "Neuschloss", den grossen südlichen Anbau, den Charles Parquin später wieder abreissen lassen sollte.
"Zwei Brüder, Lüfried und Ludwig Muntprat, denen es behagt, in Konstanz ihr bürgerliches Gewerbe zu betreiben, wussten durch ihre glatten Manieren die zwei Töchter Egloffs von Rosenberg, Frida und Ursel, so für sich einzunehmen, dass die beiden Schwestern die beiden Brüder ehelichten und dadurch etwas blaues Blut in die bürgerliche Familie kam."
Beiträge zur Vaterländischen Geschichte 1904

Sie haben die beiden Abbildungen sicherlich verglichen: 1841 fehlt das halbe Schloss...
Charles Parquin hatte das "Neuschloss" 1826 nämlich abreissen lassen, wohl um anstehende Reparatur- und Unterhaltskosten zu sparen...
Der Arme war mit drei Schlössern nämlich arg belastet: die Sandegg hat seine Frau Louise Cochelet (ehemalige Kammerdienerin der Königin Hortense) in die Ehe gebracht, er selbst führte die mit allem Komfort ausgestattete Fremdenpension auf dem Wolfsberg, und das 1822 erworbene Schloss
Salenstein sprengte dann seine finanziellen Möglichkeiten endgültig.
Wenigstens war Parquin in anderer Hinsicht konstruktiv tätig: zusammen mit Louis Napoleon nahm er den Bau des Aussichtsturmes Belvédère bei Hohenrain - Wäldi an die Hand.