Die Thurgauer "Route Napoléon"


 

Eine "Route Napoléon" gibt's nicht nur in Südfrankreich, sondern nun auch im Thurgau; sie ist allerdings nicht ausgeschildert. Aber das war jene von Cannes nach Grenoble 1815 ja auch nicht. 

 

Hoffentlich bleiben Sie - anders als Napoleon I. - nach dieser "Route Napoléon" noch länger als 100 Tage in Amt und Würden!



www.schweizmobil.ch
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Vorbereitung der Wanderung

Download
Hier können Sie die Wanderung als Bild-Datei herunterladen:
Route Napoléon.jpg
JPG Bild 1.6 MB

Auf diesem Link können Sie die Wanderung auf Ihrem PC aufrufen:

Download
Und das ist die Wanderung als GPS-Track:
routenapoleon .gpx
GPS eXchange Datei 23.1 KB

Eigentlich müssten Sie gar keine Karte mehr auf die Wanderung mitnehmen - aber der Swisscom-Empfang ist in dieser Region derart schlecht, dass Sie sich nicht auf ihn verlassen können. Speichern Sie die Karte deshalb schon vor der Wanderung, damit Sie sie dann offline aufrufen können.

 

Der Weg ist nicht schwer zu finden, auch wenn er nicht ausgeschildert ist. Am schwierigsten ist vielleicht gleich der Beginn der Wanderung in Salenstein, deshalb habe ich Ihnen den entsprechenden Kartenausschnitt hier noch vergrössert:



Screenshot aus www.schweizmobil.ch
Screenshot aus www.schweizmobil.ch

Es gibt natürlich viele Möglichkeiten, diese Wanderung zu begehen, abzuändern oder abzukürzen. 

Die "Vollversion" der Wanderung ist nun aber diese:

Schloss und Napoleonmuseum Arenenberg

Starten Sie beim Schloss und Napoleonmuseum Arenenberg, wo Louis Napoleon, der spätere Kaiser Napoleon III., aufgewachsen war.

Arenenberg liegt nahe der Bahnstation Mannenbach-Salenstein und verfügt über einen grossen Parkplatz.

 

Vielleicht besuchen Sie als Auftakt ja gleich das Museum im Schloss; es öffnet allerdings erst um zehn Uhr.



Schloss Salenstein

Schon bald kommen Sie beim Schloss Salenstein vorbei, das zu napoleonischer Zeit Charles Parquin gehörte. Er war es, der zusammen mit Louis Napoleon den Bau des historischen Napoleonturms an die Hand genommen hatte.

Als Besitzer dreier Schlösser (Wolfsberg, Salenstein, Sandegg) geriet er allerdings in finanzielle Schwierigkeiten und liess zum Beispiel das halbe Schloss Salenstein abbrechen, um Unterhaltskosten zu sparen.

Frühlingsputz à la française...

der Blick vom "Galgen" Salenstein auf das Schloss (und über den Untersee)
der Blick vom "Galgen" Salenstein auf das Schloss (und über den Untersee)
heute fehlt das "Neuschloss", die gesamte linke Hälfte
heute fehlt das "Neuschloss", die gesamte linke Hälfte


Ruine Sandegg

Durchs wildromantische Rütelitobel gelangen Sie zur Burgruine Sandegg, von der leider nur noch die Grundmauern erhalten sind, nachdem sie 1833 abgebrannt war.

 

Louise Cochelet, die Kammerdienerin der Königin Hortense, hatte die Sandegg 1817 für sich gekauft - bis das Schloss nach der Heirat mit Charles Parquin auch in dessen Besitz gelangte.


Übrigens hauste 1000 Jahre zuvor ein Vogt namens Sintlaz auf der Burg - er hatte seinen Besitz, vor allem die Insel Reichenau, auf Geheiss des fränkischen Verwalters Karl Martell dem Mönch und Klostergründer Pirmin überlassen. Die Reichenau hiess denn früher auch die "Sintlaz-Au".


Schloss Eugensberg

Erhaschen Sie auf dem Weg über die Ebni einen Blick auf das Schloss Eugensberg.

Es trägt den Namen seines Erbauers Eugène de Beauharnais, des Bruders von Königin Hortense.

Allerdings war es ihm nicht vergönnt, sich fest auf Eugensberg niederzulassen; er konnte seine Residenz nur zweimal kurz besuchen, bevor er 1824 erst 42-jährig starb.

Das Schloss steht im Moment zum Verkauf. Haben Sie nicht zufälligerweise

35 Millionen übrig...?



Adelmoos

Steigen Sie zum Schützenhaus Salenstein beim Adelmoos auf und beachten Sie dort die Aussicht auf die Reichenau und den Untersee.

 

Diese Sicht können Sie nur noch eine Stunde später vom Turm aus toppen!



Meiers Mostbeizli

 

Einen ersten Durst löschen Sie in der Besenbeiz "Meiers Mostbeiz" im Eggishof.

(Hier ist die Kontaktadresse).



Forstwerkhof Ermatingen

Im Forstwerkhof Ermatingen gibt's ein WC und eine Grillstelle.

Bei "Grossanlässen" nehmen Sie bitte vorgängig Kontakt auf mit info@forst-ermatingen.ch.

Für Gruppen besteht sogar die Möglichkeit, sich von Familie Meier vom Mostbeizli (s. oben) einen Apéro zum Forstwerkhof bringen zu lassen.



Napoleonturm

Nach zweieinhalb Stunden gelangen Sie dann zum buchstäblichen Höhepunkt und Ziel Ihrer Wanderung, zum neuen Napoleonturm bei Hohenrain.

 

Erst geht's lange hinauf...

... doch oben angekommen, können Sie die herrliche Aussicht studieren, fotografieren und geniessen!

(Alles Wissenswerte zum alten und zum neuen Turm sowie zur Aussicht und zum Panorama finden Sie auf dieser Website).



Restaurant Alpenblick

Beim Napoleonturm gibt es leider keine Verpflegungsmöglichkeit und nicht einmal ein WC... Retten Sie sich deshalb ins Restaurant Alpenblick nach Gunterswilen (das aber leider am Wochenende geschlossen ist).

Bestellen Sie ein "Napoleon-Bier" und beweisen Sie der Wirtin, dass Sie auf dem Turm die Namen der Berggipfel gut auswendig gelernt haben - aber hüten Sie sich vor Hochstaplerei: Frau Wittwer kennt sich aus!

trinken Sie ein "Napoleon-Bier"
trinken Sie ein "Napoleon-Bier"


Schloss Wolfsberg

das Parquin-Haus im Wolfsberg
das Parquin-Haus im Wolfsberg

Das Schloss Wolfsberg war vor 200 Jahren eine Fremdenpension des Arenenbergs, die von Charles Parquin geführt wurde: Sie wissen ja jetzt, er war Mitinitiator des historischen Napoleonturms.


Der Wolfsberg ist heute ein Ausbildungszentrum der UBS. Besichtigen Sie das Parquin-Haus und die wunderschöne Terrasse also in "dezenter" Weise, in gebührender Rücksicht auf Seminare, Kurse und Bankgeheimnisse!

 

Besuchen Sie auch den neu renovierten und sehr eindrücklichen Eiskeller aus napoleonischer Zeit gleich neben der Strasse.

der Eingang zum Eiskeller
der Eingang zum Eiskeller


Auberge Napoléon

das Gasthaus Adler - die "Auberge Napoléon"
das Gasthaus Adler - die "Auberge Napoléon"

In Ermatingen steigen Sie in der "Auberge Napoléon" ab, dem Gasthaus Adler mitten im Dorfzentrum. Es ist übrigens das älteste Gasthaus im Kanton Thurgau.

 

Es war vor zweihundert Jahren die "Stammbeiz" von Louis Napoleon - sagen wir einmal eine der wichtigsten von vielen.


 

In der Auberge Napoléon ein Napoleonbier trinken:

Wenn Sie nicht im "Napoleonstübli" dinieren, trinken Sie sicherlich in der Gaststube unter den gestrengen Blicken von Napoleon I. ein Napoleon-Bier, wenn Sie nicht schon im Alpenblick eines gehabt haben!


(zur Zeit ist der Adler allerdings wegen eines Todesfalls geschlossen)


Kirche Ermatingen

Werfen Sie noch einen Blick in die Kirche Ermatingen: Hier fand 1837 die Abdankungsfeier für Königin Hortense mit 2'000 Trauergästen statt (die Kirche fasst aber nur 400 Personen...).

1867 schenkte Louis Napoleon, mittlerweile Kaiser Napoleon III., der Kirchgemeinde Ermatingen ein neues Uhrwerk mit doppeltem Stundenschlag. 


Schade, heute tönt's wieder gleich wie jedes andere, nämlich 8 Mal um 8 Uhr...


Strandbad Ermatingen

Als ÖV-Benützer nehmen Sie in Ermatingen wieder den Zug.

 

Sonst geht es aber nochmals zu Fuss weiter, am besten auf dem See-Wanderweg. Kühlen Sie Ihre müden Beine  im Strandbad Ermatingen (der "schönsten Badi am Bodensee") ab.

Strandbad Ermatingen
Strandbad Ermatingen


Schlosspark Arenenberg

Nachher geht's bald den "Zickzack-Weg", wie wir ihn hier nennen, wieder hoch Richtung Arenenberg. Auf diesem Weg verlief früher die Zufahrt zum Schloss.

Im unteren Teil am Waldrand zweigen Sie aber rechts ab durch den Wald in den restaurierten Schlosspark.


 

Lustwandeln Sie auf Hortenses Spuren durch die Garten- und Parkanlagen des Schlosses.

der Schlosspark damals...
der Schlosspark damals...
... und heute
... und heute


Schlossterrasse

Geniessen Sie noch die Aussicht von der Schlossterrasse aus - ein ganz besonders schöner Aussichtspunkt, wie Königin Hortense selbst immer wieder betont hatte.

Fotoshooting auf der Schlossterrasse
Fotoshooting auf der Schlossterrasse
Sonnenuntergang am längsten Tag des Jahres
Sonnenuntergang am längsten Tag des Jahres

In Ermangelung eines königlichen Hofmalers machen Sie hier wie die meisten der durchlauchten Herrschaften und holdseligen Schlossdamen ein Selfie.

Sie ahnen: die Sonnenuntergänge von der Schlossterrasse aus gesehen sind ein ganz besonderes Naturschauspiel!
Sie ahnen: die Sonnenuntergänge von der Schlossterrasse aus gesehen sind ein ganz besonderes Naturschauspiel!

Bistro Louis Napoléon

im Bistro "Louis Napoleon"
im Bistro "Louis Napoleon"

Im Bistro "Louis Napoleon" stillen Sie nun Ihren letzten (mittlerweile etwa fünften) Durst oder fragen nach einem abschliessenden "Turm-Kaffee":

Hier schliessen sich also der geschichtsträchtige Kreis und die Wanderroute wieder...



 Sie sehen: So viel "Napoleon" bekommen Sie sonst nirgends in fünf Stunden!

Und wieder zuhause, werden Sie sicherlich die Geschichte von Louis Napoleon nochmals durchlesen - und auch die Aussicht des Panoramas mit andern Augen sehen!



Von der "Napoleon" aus den Turm beobachten

Nehmen Sie's nach der anstrengenden Wanderung zum Turm einmal gemütlich und geniessen Sie eine Fahrt auf dem Untersee mit dem Motorschiff "Napoleon" von Steckborn aus - mit Blick hinauf zum Napoleonturm.

 

Alle Infos und Kontakt zum Kapitän Emil Bügler unter www.unterseeschifffahrt.ch.

 


der Turm oberhalb von Ermatingen vom Untersee aus gesehen
der Turm oberhalb von Ermatingen vom Untersee aus gesehen

Die Route Napoléon am Sonntagmorgen

Wenn Sie diese Route Napoleon als Wanderung oder Jogging am Sonntagmorgen planen, dann starten Sie so, dass Sie genau um 9 oder um 10 Uhr auf dem Turm sind: dann hören Sie gleichzeitig von allen Seiten die Kirchenglocken, die den Sonntag oder den Gottesdienst einläuten.

also jetzt
also jetzt